Friedensbotschaften in Klang gegossen
WN │ 12.12.2023

Konzertchor Münster singt Weihnachtliches
. . .
Wer Krieg, rohe Sitten, Mord, Totschlag, Raub wie mangelnde Einkehr zur Weihnachtszeit beklagt, dem müsste ein Blick in biblische Vergangenheit genügen: Die Geschichte um die Geburt Jesu ist von Krieg, Gewalt und zynischer Despotie umgeben, neben Herodes darf auch Friedenskaiser Augustus als im Grunde wenig zartbesaitet gelten. Und Konsumrausch expandierte schon damals zum Lieblingslaster.
In dieser Weise markierte das „Festival of Nine Lessons &Carols for Christmas“ in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen eine konzertante Gegenposition: Der Saal in tiefes Meerblau getaucht, an dessen Seitenwänden weiße Lichtflecken wie ein Muster von Fenstern oder rotierenden Planeten Perspektiven in weite Fernen suggerieren. Kein Platz unbesetzt, Emporen inklusive – die Arche Noah hätte nicht dichter besetzt sein können.
Ein Gesang von Kinderstimmen hob, unsichtbar unter der Orgelempore, an: „Once in a Royal City“, mit dieser Zeile schritt eine kleine Prozession durch den Mittelgang Richtung Altar, unmerklich fädelte sich der Konzertchor Münster ein – das „Festliche Adventskonzert in der Tradition des King’s College, Cambridge“ zugunsten des Johannes-Hospiz begann geheimnisvoll.
Neun Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament wechselten mit dem Chor- wie Publikumsgesang, von „Vertreibung aus dem Paradies“ bis hin zu „Der heilige Johannes entfaltet das große Geheimnis der Menschwerdung“ schlug Ulrich Bärenfänger den rezitierenden Bogen, im Zentrum „Die Geburt Jesu“. Er enthielt sich liturgischer Diktion und wirkte, als erzähle jemand eine alltäglich bedeutsame Geschichte, die jedem einleuchtet. Derart rückte der pastorale Predigtton, sein moralischer Subtext in den Hintergrund und plastischer an den Zuhörer heran. Dazu gehörte auch das „Programm zum Mitsingen“ für’s Publikum: Zart segelte „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ durch den Raum, etwas zögernder das „Herbei o ihr Gläubigen“, das finale „O du fröhliche“ dagegen besaß empathische Selbstgewissheit.
Unausweichlich wohl Georg Friedrich Händels siegessicherer „Messias“, dessen „For unto us“ der Konzertchor unter Leitung von Marion Wood mit prachtvollem Klang und präziser Diktion präsentierte. Der Satz „Gloria et in terra pax“ aus der h-Moll Messe des großen Bach bilanzierte in seiner verrätselten Transzendenz einen Abend, der der Freiheit des freien Glaubens auf der Spur blieb. Die Heilsgeschichte des Christentums als Ermutigung und Aufgabe von und nach allen Seiten!
(Fotos: Der Konzertchor Münster in der stimmungsvoll illuminierten Mutterhauskirche der Mauritzer Franziskanerinnen in Münster.)
Text: Günter Moseler (WN)
Fotos: Michael Kestin
Sie möchten unsere Arbeit unterstützen?
Um unseren Hospizbewohnern bis zuletzt ein Leben in Würde ermöglichen zu können, aber auch für den ambulanten Dienst und die Trauerbegleitung benötigen wir Ihre Spende. – Herzlichen Dank.
Unser Spendenkonto
Darlehnskasse Münster
IBAN: DE30 4006 0265 0002 2226 00
BIC: GENODEM1DKM
... oder spenden Sie hier:
Sie haben Fragen?
Ihr Ansprechpartner:
Ludger Prinz
Geschäftsführung
Telefon: 0251 9337-626
info@johannes-hospiz.de
Philomena Brinkbäumer
Leitung Öffentlichkeitsarbeit │ Fundraising
Telefon: 0251 37409325
p.brinkbaeumer@johannes-hospiz.de