Karl-Josef Laumann besucht Johannes-Hospiz
WN │ 27.06.2023

Minister fordert Mut zur Wahrheit
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Karl-Josef Laumann hat am Montagmorgen das Johannes-Hospiz in Münster besucht. Im Garten der Einrichtung äußerte sich der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen nach einem Rundgang durchs Haus auch zu Themen rund um Pflege und Palliativmedizin.
Vertreter der Träger des Johannes-Hospizes und auch der Nachbareinrichtungen sind bereits versammelt als Laumann eintrifft. Etwas später, Laumann bekommt von den Gästen schon Fragen gestellt, die er am Mikrofon beantwortet, schaut er in die Gesichter der Anwesenden und unterbricht die fachspezifischen Ausführungen kurz. „Beim Blick in die Gesichter sehe ich, dass der eine oder andere denkt, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, was der da erzählt. Aber ich sehe auch sehr kritische Blicke“, sagt Laumann.
Der Minister, dafür schätzen ihn die Menschen, ist ein Mann, der sein Herz auf der Zunge trägt, der Dinge gerne ohne die häufig üblichen Plattitüden anspricht. „Ich denke, wir werden bei der derzeitigen Personalsituation unsere Ansprüche überdenken müssen, wenn wir eine breite Versorgung haben wollen. Und ich denke, wir sollten auch den Mut haben, das anzusprechen“, sagt Laumann.
Eine Absenkung der Standards also – keine Einschätzung, mit der sich viele Politiker gerne in der Öffentlichkeit sehen. Geldfragen könne man ja noch lösen, sagt Laumann weiter, bei Personalfragen sei das indes viel schwieriger. Er appelliere daher an die Arbeitgeber immer wieder, jedes Mal genau zu überlegen, was man den Mitarbeitern im Bereich der Flexibilität zumute. Auch wenn er natürlich wisse, dass das beim Schreiben des Dienstplanes bisweilen ebenfalls die Quadratur des Kreises bedeutet.
Zu sprechen kommt Laumann nach einer Frage auch auf die Palliativmedizin und Hospize im Allgemeinen. Aus seiner Sicht nicht nur eine der besten gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen 25 Jahre, sondern auch die christliche Antwort auf die Sterbehilfe-Diskussion. Abseits der Bedeutung geht es aber auch hier abermals um Finanzierungsfragen.
Er glaube schon, dass es eine starke staatliche Unterstützung geben müsse, sagt Laumann, hält dann kurz inne und schiebt ein „Aber“ nach. „Wenn der Staat es macht, dann kommen die ganzen Vorschriften. Dann machen Beamte die Richtlinien“, sagt Laumann. Er wisse natürlich, dass angewiesen sein auf Spenden anstrengend sei. „Aber vielleicht ist es für eine Gesellschaft auch ganz gut zu wissen, wo man Geld gut hingeben kann“, sagt Laumann. So blieben die Häuser Herr über ihre Standards. Kritisch schaut da kaum noch jemand.
Text: Björn Meyer (WN)
Foto: Michael Kestin
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