Ich bin Kirche!
Osterzeit 2020

Gehst Du zur Kirche? Ja, ich gehe in die Kirche! Das ist ein Bekenntnis. Ein Bekenntnis zum christlichen Glauben und dazu, dass dieser Glaube etwas mit einer Gemeinschaft zu tun hat. „Ich gehe in die Kirche.“, heißt ja auch, dass ich an den gottesdienstlichen Versammlungen der Gemeinde teilnehme. Sonntags, feiertags und vielleicht sogar werktags.
Wie wichtig einem dieser Gottesdienstbesuch ist, mag vielen zu Ostern deutlich geworden sein und in den Wochen danach. Keine Gottesdienste, kein Zur-Kirche-Gehen. Die Gotteshäuser blieben leer. Zu groß ist die Gefahr, dass die Versammlung der Frommen zum "Brennpunkt" einer Infektion mit dem Corona-Virus wird. Das sonntägliche Bekenntnis „Ich gehe in die Kirche.“ war einstweilen amtlich untersagt. Daraus einen Angriff gegen die Religionsfreiheit zu machen, ist abwegig. Vielmehr ist es eine Herausforderung für die Christen geworden, sich über andere Aspekte und Formen des Bekenntnisse klar zu werden.
Was bleibt, wenn ich nicht zur Kirche gehen kann? Der Apostel Petrus zum Beispiel würde auf die Frage „Gehst du zur Kirche?“ so antworten: Ich bin Kirche! Ich bin Teil des geistigen Hauses. Das schreibt er in einem Brief: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen!“ (1 Petr 2,5)
Natürlich kannte er noch keine prachtvollen Bauwerken, die wir heute Kirche nennen. Er kannte auch noch keine Sonntagspflicht. Ihm stand aber die Architektur eines Bauwerks vor Augen, um die Gemeinschaft der Gläubigen in und mit Christus deutlich zu machen. Er ist nämlich der wichtigste der „lebendigen Steine“. Er ist der Eckstein, der die tragende Funktion hat. Die Menschen in der Nachfolge Christi sind die lebendigen Steine, die dieses geistige Haus in die Höhe ragen lassen. Wie unsere Kirchen aus Stein, zum Zeugnis der Gegenwart Gottes in dieser Welt. Es geht dem Petrus nicht nur um eine spirituelle Idee, die ihren Wert in sich hat. Es ist eine Berufung, „damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“ (V 9)
Sonntags zur Kirche gehen, Gottesdienst, Eucharistie feiern – das ist ein starkes christliches Zeugnis. Wenn’s aber nicht möglich ist, darf mich das nicht verzagen lassen. Es darf mich nicht ängstlich machen, Gott und den Menschen ein Zeichen meines Glaubens vorzuenthalten. Ich kann Gott jederzeit „Eucharistie“ sagen – Dank sagen – für diese wunderbare Berufung ein „lebendiger Stein“ seines geistigen Hauses zu sein.
Lutz R. Nehk
Hier können Sie den Beitrag auch anhören: MEDITATION
10. Mai 2020 | Foto: © Nehk 2020 / Musik: privat
Sie möchten unsere Arbeit unterstützen?
Um unseren Hospizbewohnern bis zuletzt ein Leben in Würde ermöglichen zu können, aber auch für den ambulanten Dienst und die Trauerbegleitung benötigen wir Ihre Spende. – Herzlichen Dank.
Unser Spendenkonto
Darlehnskasse Münster
IBAN: DE30 4006 0265 0002 2226 00
BIC: GENODEM1DKM
... oder spenden Sie hier:
Sie haben Fragen?
Ihr Ansprechpartner:
Ludger Prinz
Geschäftsführung
Telefon: 0251 9337-626
info@johannes-hospiz.de
Philomena Brinkbäumer
Leitung Öffentlichkeitsarbeit │ Fundraising
Telefon: 0251 37409325
p.brinkbaeumer@johannes-hospiz.de