Worauf es ankommt
Meditation zum Advent

Ist der Advent eine Fastenzeit? Auf diese Frage habe ich geantwortet: Seine Farbe ist violett. Das ist das deutliche Zeichen einer Vorbereitungszeit auf ein hohes Fest der Kirche. Vor Ostern und vor dem Fest der Geburt Jesu gibt es diese violette Zeit. Vor Ostern ist das ziemlich klar. Da heißt sie ja auch 40tägige Fastenzeit. Die Christinnen und Christen werden zu Bußwerken des Verzichts, der Frömmigkeit und der Nächstenliebe aufgefordert. Aber Fasten in der Adventszeit? Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, Glühwein, Lebkuchen, Plätzchen - nur mit einem schlechten Gewissen? Die besondere Stimmung dieser Zeit wäre dahin.
Was also macht den Advent aus? Es scheint allgemein – christlich und nichtchristlich – klar zu sein: Der Advent ist eine besinnliche Zeit. Das heißt, man will sich mehr als sonst im Jahr auf die Fragen des Lebens konzentrieren; seine Sinne einsetzen, um dieses Leben neu wahrzunehmen; möglichst alle störenden Faktoren ausschalten, um Nachdenken zu können.
Ein Gebet der Adventszeit gibt gewissermaßen einen Leitfaden für diese Besinnung, für diese Konzentration auf das Leben vor: „Guter Gott, hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten.“ (Tagesgebet des 2. Adventssonntags)
Das Gebet setzt einen Schwerpunkt für das adventliche Fasten: Gerechtigkeit und Taten der Liebe. Sich darauf zu besinnen könnte heißen, Augen und Ohren zu öffnen und wahrzunehmen, wo es an Gerechtigkeit und Liebe fehlt. Besinnung könnte heißen, seiner Liebe Raum zum Wachsen zu geben im konkreten Handeln.
Man wächst mit den Aufgaben, heißt es. Das gilt auch für die Liebe. Sie wächst mit der Einsicht und dem Verständnis dafür, worauf es ankommt. So schreibt es Paulus in seinem Brief an die Philipper: „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und Verständnis wird, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt.“ (Phil 1,9f)
Wer kommt an? – Diese adventliche Frage lässt sich ziemlich leicht beantworten. Worauf kommt es an? Auch das ist nach Paulus eine adventliche Frage. Was ist im Augenblick die Herausforderung? Die Herausforderung, von der das Urteil meiner Liebe sagt: Das ist jetzt wichtig. Hier werde ich gebraucht. Das steht jetzt an erster Stelle. Hier drängt die Liebe zur Tat.
Lutz R. Nehk
Hier können Sie den Beitrag auch anhören: MEDITATION
Foto: © nehk2014 (Detail der Nikolausstatue in der Bogenstraße, Münster) Musik: privat
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